Kaimaninseln
Die Kaimaninseln sind ein führendes Offshore-Finanzzentrum mit null Einkommens-, Körperschaft- und Kapitalertragsteuer sowie einem strengen Regulierungsrahmen.
Zusammenfassung
Die Kaimaninseln (Cayman Islands) sind ein britisches Überseegebiet in der Karibik und eines der bedeutendsten Offshore-Finanzzentren der Welt. Das Territorium besteht aus drei Inseln – Grand Cayman, Cayman Brac und Little Cayman – mit George Town als Hauptstadt.
- Steuerpolitik: Keine Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer oder Quellensteuer
- Fondsstandort: Weltweit führend für Hedgefonds und Private-Equity-Strukturen
- Regulierung: Die Cayman Islands Monetary Authority (CIMA) überwacht Finanzdienstleister
- Rechtssystem: Common Law basierend auf englischem Recht
- Transparenz: Mitglied internationaler AML/CFT-Standards, FATF-konform
Geschichte
Die Kaimaninseln wurden 1503 von Christoph Kolumbus entdeckt und waren zunächst wegen ihrer Schildkröten bekannt. Nach einer langen Periode britischer Kolonialherrschaft entwickelten sie sich ab den 1960er Jahren gezielt zu einem Offshore-Finanzzentrum. Wichtige Meilensteine waren die Verabschiedung des Companies Law (1961), des Banks and Trust Companies Law (1966) sowie des Trusts Law (1967), die eine attraktive Rechtsgrundlage für internationale Finanzstrukturen schufen.
In den 1990ern und 2000ern wuchs der Fondssektor explosiv; die Kaimaninseln wurden zum bevorzugten Domizil für Hedgefonds weltweit. Unter internationalem Druck – insbesondere durch OECD, FATF und USA – wurden sukzessive Anti-Geldwäsche-Gesetze, automatischer Informationsaustausch (AEOI) sowie das Beneficial Ownership Transparency-Regime eingeführt.
Geltungsbereich
Der regulatorische Rahmen der Kaimaninseln erfasst:
- Registrierung und Lizenzierung von Banken, Fonds und Versicherungen durch CIMA
- Cayman Islands Mutual Funds Law und Private Funds Law (2020)
- Securities Investment Business Act (SIBA) für Wertpapierdienstleistungen
- Insurance Act (2010) für die Versicherungsbranche
- Anti-Money Laundering Regulations (AMLRs) und Proceeds of Crime Law
- Automatic Exchange of Information (AEOI/CRS) sowie FATCA-Meldepflichten gemäss Model 1 IGA mit den USA
- Beneficial Ownership Register (nicht öffentlich, aber behördlich zugänglich)
- Economic Substance Act (2019) für relevante Unternehmen
- Virtual Asset (Service Providers) Act (VASPA, 2020) für Krypto-Dienstleister
- Data Protection Act (2017) zum Schutz personenbezogener Daten
Kernanforderungen
Zentrale Anforderungen für Finanzdienstleister:
- CIMA-Lizenz: Banken, Fondsmanager, Versicherungen und Wertpapierdienstleister (SIBA) benötigen eine CIMA-Lizenz
- AML/CFT: Know-Your-Customer (KYC), Enhanced Due Diligence für Hochrisiko-Kunden
- Economic Substance: Relevante Unternehmen müssen substanzielle Aktivitäten auf den Inseln nachweisen
- FATCA/CRS: Meldung von Kontodaten US-amerikanischer (gemäss Model 1 IGA) bzw. ausländischer Steuerpflichtiger
- Private Funds: Registrierung bei CIMA, jährliche Prüfung und Bewertungsberichte
- Versicherungen: Lizenzierung und Aufsicht gemäss Insurance Act (2010)
- Datenschutz: Einhaltung des Data Protection Act (2017)
Verwandte Frameworks
Korrekturen & Errata
"Kaimaninseln" war als Thema "Steuer" klassifiziert. Korrekt ist "Jurisdiktion". Nationale Gesetze und Behörden werden nach ihrem Fachgebiet klassifiziert, nicht als Jurisdiktion. Länderprofile werden als Jurisdiktion klassifiziert.
Alle Details auf der Errata-Seite →4 Korrekturen:
- FATF-Greylisting: Entfernung war 2002, nicht 2001
- Private Funds Law Datum falsch: Februar 2020, nicht August 2020
- Companies Law Datum: 1961, nicht 1960
- Hauptstadt-Schreibweise: 'Georgetown' statt 'George Town' im Deutschen
5 Praezisierungen.
2 Anmerkungen.