Sarbanes-Oxley Act (SOX)
Der Sarbanes-Oxley Act (SOX) von 2002 regelt Corporate Governance und Finanzberichterstattung börsennotierter US-Unternehmen und stärkt Transparenz und Haftung.
Zusammenfassung
Der Sarbanes-Oxley Act (SOX) ist ein US-Bundesgesetz, das am 30. Juli 2002 in Kraft trat. Es wurde als Reaktion auf schwerwiegende Bilanzskandale wie Enron und WorldCom verabschiedet und reformiert grundlegend die Corporate-Governance-Anforderungen für börsennotierte Unternehmen in den USA.
- Interne Kontrollen: Section 302 und 404 verpflichten Führungskräfte zur Zertifizierung der Finanzberichte und zur Bewertung interner Kontrollsysteme.
- Prüfungsausschuss: Anforderungen an unabhängige Prüfungsausschüsse und externe Wirtschaftsprüfer.
- Whistleblower-Schutz: Schutz für Mitarbeiter, die Verstöße melden.
- Strafrechtliche Sanktionen: Erhöhte Strafen für Bilanzbetrug und Behinderung der Justiz.
Geschichte
Nach einer Reihe hochkarätiger Unternehmensskandale – insbesondere dem Kollaps von Enron (2001) und WorldCom (2002) – verloren Millionen von Anlegern ihr Erspartes. Der US-Kongress reagierte mit dem schnellsten und weitreichendsten Reform-Gesetz für Kapitalmärkte seit der Great Depression. Senator Paul Sarbanes und Repräsentant Michael Oxley leiteten die biparteiliche Gesetzgebungsinitiative. Das Gesetz wurde am 30. Juli 2002 von Präsident George W. Bush mit überwältigender Mehrheit unterzeichnet. In den folgenden Jahren verfeinerte die SEC die Ausführungsbestimmungen, insbesondere zu Section 404, und der PCAOB (Public Company Accounting Oversight Board) wurde als neue Aufsichtsbehörde für Wirtschaftsprüfer etabliert.
Geltungsbereich
SOX gilt für alle Unternehmen, deren Wertpapiere bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) registriert sind – sowohl US-amerikanische als auch ausländische Privatunternehmen (Foreign Private Issuers). Die zentralen Anforderungen gelten für:
- Alle börsennotierten Aktiengesellschaften in den USA
- Ausländische Unternehmen, die an US-Börsen notiert sind
- Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die solche Unternehmen prüfen
- Mitarbeiter und Management dieser Unternehmen (Whistleblower-Bestimmungen)
Bestimmte Erleichterungen gelten für kleinere Unternehmen (Non-Accelerated Filers) hinsichtlich Section 404(b).
Kernanforderungen
- Section 302: CEO und CFO müssen die Richtigkeit der Finanzberichte persönlich zertifizieren und die Wirksamkeit der Offenlegungskontrollen bestätigen.
- Section 404: Management muss jährlich die Wirksamkeit der internen Kontrollen über die Finanzberichterstattung bewerten; externer Prüfer muss diese Bewertung attestieren (404(b), für Accelerated Filers).
- Section 409: Echtzeitpflicht zur Offenlegung wesentlicher Änderungen der Finanzlage.
- Section 802: Aufbewahrungspflichten für Prüfungsunterlagen (7 Jahre gemäss SEC-Durchführungsverordnung) und Verbot der Vernichtung von Beweismitteln.
- Section 806: Schutz von Whistleblowern vor Vergeltungsmaßnahmen.
- PCAOB-Registrierung: Alle Prüfungsgesellschaften müssen sich beim PCAOB registrieren und unterliegen dessen Inspektionen.
Verwandte Frameworks
Korrekturen & Errata
3 Korrekturen:
- SOX key_dates: PCAOB-Datum 27. Juni 2003 ist nicht verifizierbar
- SOX key_dates: SEC Section 404 Datum ist falsch
- SOX: Section 802 Aufbewahrungspflicht ist 7 Jahre, nicht 5 Jahre