FERPA – Family Educational Rights and Privacy Act
FERPA schützt die Bildungsdaten von Schülern und Studierenden in den USA und räumt Eltern und Betroffenen Auskunfts- und Widerspruchsrechte ein.
Zusammenfassung
FERPA (Family Educational Rights and Privacy Act) ist ein US-Bundesgesetz, das seit 1974 die Privatsphäre von Bildungsunterlagen schützt. Es gilt für alle Bildungseinrichtungen, die Bundesmittel erhalten, und regelt den Zugang zu sowie die Offenlegung von Schüler- und Studentenakten.
- Elternrechte: Eltern haben das Recht, die Bildungsunterlagen ihrer Kinder einzusehen und fehlerhafte Einträge anzufechten.
- Übergang der Rechte: Mit Vollendung des 18. Lebensjahres oder bei Eintritt in eine weiterführende Bildungseinrichtung gehen die Rechte auf den Studierenden über.
- Einwilligung: Grundsätzlich ist eine schriftliche Einwilligung erforderlich, bevor Bildungsunterlagen an Dritte weitergegeben werden dürfen.
- Ausnahmen: Weitergaben sind u.a. an andere Bildungseinrichtungen, Bildungsbehörden und in Notfallsituationen ohne Einwilligung möglich.
Geschichte
FERPA wurde 1974 vom US-Kongress verabschiedet und von Präsident Gerald Ford unterzeichnet. Das Gesetz entstand als Reaktion auf wachsende Bedenken hinsichtlich des unregulierten Zugangs zu Schülerakten durch Schulbehörden, Arbeitgeber und staatliche Stellen. Senator James L. Buckley aus New York war der Hauptinitiator des Gesetzes, das als 'Buckley Amendment' bekannt wurde. Senator Claiborne Pell war Mitinitiator bedeutender Änderungen, die im Dezember 1974 verabschiedet wurden.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde FERPA mehrfach angepasst, insbesondere durch den USA PATRIOT Act (2001), der die Offenlegung von Bildungsunterlagen an den Generalstaatsanwalt mittels ex-parte-Gerichtsbeschluss in Terrorismusermittlungen ermöglichte, ohne Einwilligung oder Wissen des Studierenden, sowie durch spätere Änderungen, die Klarstellungen zum Umgang mit digitalen Bildungsdaten und Cloud-Diensten enthielten. Mit der zunehmenden Digitalisierung des Bildungswesens wurden Fragen zur Anwendbarkeit von FERPA auf Learning-Management-Systeme und EdTech-Plattformen intensiv diskutiert. Im April 2025 veröffentlichte das US-Bildungsministerium einen Dear Colleague Letter zu FERPA-Pflichten bezüglich Elternrechte und sicherheitsrelevanter Offenlegungen.
Geltungsbereich
FERPA gilt für alle Bildungseinrichtungen und -behörden, die Gelder aus Programmen des US-Bildungsministeriums erhalten – dies umfasst öffentliche Schulen, staatliche Universitäten sowie viele private Hochschulen. Folgende Kategorien von Unterlagen sind geschützt:
- Noten und Transkripte
- Anwesenheitslisten
- Finanzielle Informationen
- Disziplinarakten
- Persönliche Identifikationsdaten
Nicht erfasst werden Unterlagen, die ausschließlich im persönlichen Besitz des Lehrers sind, Beschäftigungsdaten von Studierenden, die nicht direkt mit ihrer Rolle als Student zusammenhängen, sowie Aufzeichnungen von Strafverfolgungsbehörden von Bildungseinrichtungen.
Kernanforderungen
- Einsichtsrecht: Eltern und berechtigte Studierende müssen innerhalb von 45 Tagen Einsicht in Unterlagen erhalten.
- Berichtigungsrecht: Recht auf Beantragung der Korrektur unrichtiger oder irreführender Einträge.
- Einwilligungserfordernis: Schriftliche Einwilligung vor Offenlegung personenbezogener Bildungsdaten an Dritte.
- Jahreliche Benachrichtigung: Institutionen müssen Eltern/Studierende jährlich über ihre FERPA-Rechte informieren.
- Directory-Information: Institutionen dürfen bestimmte Verzeichnisinformationen (Name, Adresse, Telefon) veröffentlichen, sofern ein Widerspruchsrecht eingeräumt wird.
- Sanktionen: Bei Verstößen kann das US-Bildungsministerium die Bundesfinanzierung einstellen.
Verwandte Frameworks
Korrekturen & Errata
1 Korrektur:
- Geschichte: 'James Pucinski' ist falsch — Person existiert nicht als FERPA-Treiber
5 Praezisierungen.
2 Anmerkungen.